Im Fokus:  Psychische Resilienz
Verlusterfahrungen - ME.CFS

Spielerisch-Gestaltete  Teilearbeit

Die Arbeit mit Inneren Anteilen,

unseren "Inneren Stimmen", ist eine gängige Methode im Kontext von Bildung, Beratung und Therapie. Es haben sich verschiedene Systeme etabliert, die z.B. >>hier (ext.) kurz und übersichtlich dargestellt sind.

In Kontakt mit den eigenen Persönlichkeitsanteilen zu sein, bringt Bewusstheit ins Denken, Fühlen und Handeln,
hilft Ursache und Wirkung im eigenen Leben zu verstehen,  ermöglicht freier und flexibler agieren und reagieren zu können und psychisch resilient zu leben.

Zu meinem privaten und beruflichen Leben gehört seit gut drei Jahrzehnten die

Spielerisch-Gestaltete Teilearbeit

Das Fundament der SGT geht auf Prof. Ferdinand Buer, Dr. Jean-Paul Gonseth und Dr. Meinolf Schönke zurück, die mir Morenos Psychodrama-Bühne geöffnet und meine Innere Bühne neu beleuchtet haben, sowie auf Prof. Line Kossolapow, deren Kunst-und Kreativtherapie ohne Fremddeutungen und künstlerische Kenntnisse auskommt.

Wesentliche Grundlage für die Spielerisch-Gestaltete Teilearbeit sind darüber hinaus: das Konzept der Psychischologischen Grundbedürfnisse nach Grawe, buddhistische Sichtweisen auf psychologische und soziologische Phänomene und die Erfahrung, dass im "Inneren Garten" ähnliches gilt wie im "Draußengarten":

Wer entspannt und zufrieden leben möchte, ist mit Gastfreundschaft gut beraten, tut gut daran, die Bewohner:innen und ihre Bedürfnisse kennenzulernen und ihnen einen Platz zu überlassen, der für sie und für die Gartengemeinschaft gut ist.

In der Innenwelt
ein Zuhause haben

Der folgende Auszug stammt aus meiner Dipliomarbeit zum Thema "Intuition" (Uni Münster, 1993). Mein Interesse galt in dieser Arbeit vornehmlich der Frage, was eine Intuition ist und wie sie sich von anderen "Inneren Stimmen" unterscheiden lässt. (Eine Frage, die durchaus Aktualität besitzt, weil "Bauchgefühl" hoch im Kurs steht und gerne unkritisch als Intuition verkauft und als nicht anzufechtende "Begründung" angeführt wird...)

Eine Möglichkeit, inneres Erleben auf eine äußere Bühne zu bringen bietet zum Beispiel das Psychodrama ("therapeutisches Rollenspiel"). Hier kann ich meine Ängste, Wünsche etc. von anderen verkörpern lassen und über das Spiel mit ihnen in Kontakt treten. Doch benötige ich dazu die Hilfe einer Gruppe und die ist leider nicht immer zur Stelle, wenn ich eine Situation klären möchte.

Setze ich mich z.B. malend mit einem Problem auseinander, kann ich Farben und Formen zu meinen "Hilfs-Ichs" und das Blatt Papier zur Bühne machen. Ich wähle Farben und Formen und bestimme, welche meiner Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen sie portraitieren sollen.

Wie auch die Psychodramabühne ist die "Bühne Papier" eine Welt für sich. Als MalerIn auf dem Papier kann ich wie d. ProtagonistIn auf der Psychodramabühne mit Hilfe der MitspielerInnen experimentieren, kann die aufgebaute bzw. aufgemalte Welt versuchsweise in beliebiger Richtung verändern.

Anregungen, Unterstützung bei der Konkretisierung und Lösungssuche findet im Psychodrama wesentlich durch die Portraitierung und Maximierung der Rolle statt, das heißt, die MitspielerInnen überzeichnen bzw. verändern die ihnen zugewiesenen Rollen in eine bestimmte Richtung.

Beim Malen erlebe ich etwas, das der Rollengestaltung bzw. -portraitierung im Psychodrama nahe kommt. In der Regel habe ich eine Idee, wie ich ein bestimmtes Problem darstellen möchte.

Ich greife zu den Farben, fange an, meine Vorstellungen umzusetzen und muss bald feststellen, dass die Formen und die Farben auf dem Papier anders sind als diejenigen, die ich "im Kopf" hatte.

Darüber kann ich mich ärgern und verbissen versuchen, meine Vorstellungen besser umzusetzen. Ich kann mich aber auch von dem, was sich mir auf dem Blatt Papier zeigt, anregen lassen.

Weckt eine Farbe oder eine Form meine Experimentierfreude und führt mich möglicherweise spielerisch-gestalterisch zu einer neuen Sichtweise meiner Problemlage?

Drücken die Farben und Formen, wie sie jetzt auf dem Bild zu sehen sind, Aspekte aus, die in meinem Konzept nicht enthalten waren, aber dennoch bedeutsam sein könnten hinsichtlich Konkretisierung und Problemlösung?

Für mich bedeutet Malen (gleiches gilt für jedes Gestalten), über Farben und Formen mit mir selber zu kommunizieren. Bewusstes und Unbewusstes, mein Konzept und das, was mir gerade in den Sinn kommt, fließen gleichermaßen in das Bild ein.

Ich male und betrachte mich malend - ich lasse das Gemalte auf mich wirken und betrachte die Wirkung, die das Gemalte auf mein Fühlen und Denken hat. Die für mich beeindruckendsten Aspekte dieser Wirkung suche ich nach den nächsten Pinselstrichen sichtbar zu machen. Ich male und betrachte mich malend...

Es ist ein stetes Wechselspiel zwischen Malen, Fühlen und Denken, das häufig von "Aha-Erlebnissen" begleitet ist, von plötzlicher Freude und Erleichterung. Beendet ist für mich ein Gestaltungsprozess, wenn mir das, was ich betrachte, nicht länger fremd erscheint, wenn ein deutliches Gefühl von Stimmigkeit und Zufriedenheit auftaucht. 


(c) Gabriele Helmert: Betrachtungen über Wesen und Bedeutung der Intuition und den potentiellen Beitrag kreativer Arbeit mit Märchen zur Stärkung intuitiver Wahrnehmung, Münster 1993.

Im Schreiben, Malen,
Gestalten und Spielen

  • begegnen wir uns selbst, machen sichtbar, was uns bewegt, wie wir auf uns und unser Leben schauen
  • können wir loslassen, was zu schwer geworden ist und nach dem greifen, was unser Herz froher und unseren Kopf kühler macht.

Beispiele

Fortbildungen